1.
Tag Ankunft und Übernachtung in Antalya
Heute Sonntag, 21.09.02 Flug
von Nürnberg nach Antalya. Ankunft um 23.15 in Antalya, wir wurden von
unserem Veranstalter Öger-Tours mit einem Minibus zu unserem
Übernachtungshotel "Lara Plaza" gefahren. Ein eher einfaches
Hotel - aber es war ja auch nur für eine Nacht. 2.Tag
Von Antalya - Anamur- Kizkalesi
Beim Frühstück überlegten wir wer von den
Anwesenden auch mit auf unsere Rundreise gehen wird, um 7:00 Uhr war die
Abfahrt. Vor dem Hotel stand bereits ein Bus und unser Reiseleiter.
Von ihm erfuhren wir, daß wir im Konvoy mit zwei anderen Bussen fahren
würden. Nun ging es endlich los! Wir verließen Antalya in
Richtung Alanya. Wir fuhren an Manavgat vorbei, wo hauptsächlich Sesam
und Bauwolle angebaut wird und sahen, daß auf den Feldern fleißig
gepflückt wurde. Wir fuhren die Küstenstraße entlang, wo seit unserem
letzten Besuch sehr viel gebaut wurde. Je näher wir Alanya kamen
standen links der Küstenstraße ein Hotel neben dem anderen. Und an dem
so berühmten Kleopatra Stand reihte sich ein Liegestuhl an dem andren.
Es wechselten sich Restaurants und Geschäfte ab. Gleich bei der
Einfahrt nach Alanya auf der linken Seite die Statue des Sultan Keykubad
- der die Burganlage erbauen ließ. Wir fuhren ein Stück den Burgberg
hoch (nicht auf die Burg) legten eine Fotopause ein um den "Roten
Turm" das Wahrzeichen Alanya's zu fotografieren. Nach ca. 30
min. Aufenthalt in Alanya ging unsere Reise weiter in Richtung Anamur.
Ca. 3 km außerhalb des Zentrums war der Strand nicht mehr so
vollgepflastert. Nach Alanya wo das Taurusgebirge dicht an Meer kommt,
ist der Haupterwerbszweig die Bananenplantagen, die durch das Gebirge
von den kalten Winden geschützt sind. Die nächste Stadt die wir
durchfuhren war Gazipasa. Ab hier beginnt das antike Kyliklien! Hier
ging es nun in Serpentinen (ähnlich wie die kroatische Küstenstraße)
in die Höhen des Taurus. Wir sahen weder Dörfer noch Menschen - nur
Felsen und Wald und rechts tief unter uns das im Sonnenlicht glitzernde
Meer. Um ca. 13:00 Uhr kamen wir in Anamur (Anemourion) der südlichsten
Spitze der Türkei an. In einem hübschen direkt am Meer gelegenen
Restaurant verbrachten wir unsere Mittagspause. Es war schrecklich heiß, das Meer und ein wunderschöner menschenleerer weißer Sandstrand
luden zum Baden ein was aber leider nicht möglich war. Nun wollten wir
die Festung "Mamure Kalesi" besichtigen. Sie befindet sich
etwas östlich von Anamur direkt am Meer. Von den Ruinen der einstigen
Ritterburg ist noch viel erhalten und man sollte schon ein bißchen Zeit
für die Besichtigung mitbringen. In der Burganlage ist fast alles
zugänglich, was nicht ganz ungefährlich ist, denn die Treppen die zu
den Zinnen führen, von wo aus man wirklich einen wunderschönen
Ausblick hat und sehr schöne Bilder machen kann, sind sehr verfallen.
Der Aufstieg mag gerade noch so gehen aber der Abstieg ist
halsbrecherisch und wirklich nicht ungefährlich. Wir wurden allerdings
von unserem Reiseleiter davor gewarnt, was uns und viele andere nicht
davon abhielt. Weiter ging die Fahrt durch die zauberhafte Landschaft der östlichen
Mittelmeerküste über Silifke, wo Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahr 1190 im
Fluß Kalykadnos ertrank, nach Kizkalesi. Um 19:00 Uhr kamen wir dort im
Hotel Kyliklia an. Unser Hotel lag genau gegenüber der Mädchenburg die
mitten ins Meer gebaut wurde und es hatte den Anschein als würde sie im
Meer schweben. Kizkalesi ist ein hübscher kleiner Ort, wenig Touristen
mit wunderschönen Sandstränden (hier könnten wir uns vorstellen einen
Badeurlaub zu verbringen.)
In der Umgebung gibt es noch die Landfestung Korikos, sowie viele kleine
Burgen und Festungen wofür wir leider keine Zeit zum Besichtigen
hatten.
3. Tag Mersin-Hatya (Antakya)-Gaziantep
Nach dem Frühstück ging es wieder um
7:00 los. Unsere Reisegruppe bestand aus 29 Personen plus unserem
Reiseleiter und unserem Busfahrer (ein besonnener guter Fahrer). Unsere
Altersgruppe bewegte sich zwischen 28 und ca. 73 Jahren - und das war
eine sehr gute Mischung. Es waren lauter nette, disziplinierte Leute und
von daher hatten wir nie Probleme mit Pünktlichkeit etc. Zudem macht so
eine Reise viel mehr Spaß wenn alle Mitreisenden die gleichen
Interessen haben und keine Berufsnörgler dabei sind. Da hatten wir
wirklich Glück! Aber nun zurück zur Reise. Wir verließen Kizkalesi
und das Tal, welches Cukorava Tal = "Tiefes Tal" (eine
fruchtbare Ebene) genannt wird und waren überrascht sehr viele
Burgruinen und antike Relikte zu sehen. Teilweise waren auf und inmitten
dieser Ruinen neue Häuser gebaut worden was wirklich sehr schade ist!
Weiter ging es durch diese interessante Landschaft bis Adana - ab hier
begann die Autobahn und die Fahrt war ein bißchen eintönig aber in
einem so großen Land und mit unserem umfangreichen Programm geht es
nicht anders wenn man viel sehen möchte. Es ging in südlicher Richtung
und bei Iskenderun verließen wir die Autobahn. Nun fuhren wir wieder
durchs Gebirge. Wir waren wirklich sehr erstaunt, daß diese einzige
Verbindungsstraße von Antalya nach Antakya zum größten Teil
durch die Höhen des Taurusgebirge führt aber genau das macht die
Landschaft so interessant. Gegen Mittag kamen wir in Hatay (Antakya),
das nur ca. 30 km von der syrischen Grenze entfern ist, an. Zuerst
besichtigten wir die Petrus-Grotte die sich etwas außerhalb auf einem
Berg befindet - genauer gesagt schmiegt sie sich in das Felsmassiv und
gelegentlich werden dort von christlichen Reisegruppen auch
Gottesdienste abgehalten. Nach dieser Besichtigung wollten wir unsere
Mittagspause in einem Lokal in dem Stadtteil "Daphne" - nach
der Daphne aus der griechischen Mythologie benannt - verbringen.
Idyllisch gelegen inmitten von Grün mit kleinen Wasserfällen wäre
dieser Stadtteil alleine schon einen Ausflug wert. Hier aßen wir nur zu
Mittag und erholten uns ein wenig von der langen Fahrt. Danach
besichtigten wir das Mosaikmuseum, das wirklich antike, interessante Mosaike
ausstellt. Da wir noch genügend Zeit bis zur
Weiterfahrt hatten, wollten wir uns nun auch Antakya ein bißchen
ansehen. Antakya ist sehr quirlig und modern! wir sahen viele schöne
Häuser und entgegen unseren Erwartungen ein sehr gepflegtes Stadtbild.
Nach einem gemütlichen Bummel durch die Innenstadt ging unsere Reise
wieder weiter. Die Landschaft war karg und felsig und in der Ferne sahen
wir immer wieder Burgruinen. Vor Gaziantep (eine Industriestadt) sahen
wir große Pistazienbaumfelder. Um ca. 18:30 Uhr kamen wir im Hotel
Kaleli an - eine gutes Hotel mit sehr schöner Dachterrasse wo wir auch
zu Abend aßen. Wir entschlossen uns noch zu einen Bummel durch die
Stadt, besuchten ein Internetkaffee, trafen sehr nette Menschen und
verbrachten einen sehr schönen Abend mit vielen neuen Eindrücken.
4.Tag Urfa-Kahta-Nemrut Dagi
Bereits um 6:30 Uhr verließen
wir Gaziantep in Richtung Sanli Urfa. Die Landschaft die wir durchfuhren
war eher karg und sah teilweise aus wie wüstenartiges Gestein, wir
empfanden sie wunderschön. In Sanli Urfa befindet sich die
Halil-Rahman-Moschee dem Heiligtum des Prohpeten Abraham mit dem
berühmten heiligen Karpfenteich von dem die Legende behauptet, daß
Abraham, der in einem riesigen Feuer hätte verbrannt werden sollen in
welches er mittels eines Katapults geworfen wurde, nachdem er Gott um
Hilfe bat, sich das Feuer in Wasser und die Glutstücke in Karpfen
verwandelt hätten. Diese Karpfen werden gehegt und gepflegt und niemand
darf sich daran vergreifen! Für die Türken ist Sanli Urfa der
zweitheiligste Ort nach Mekka (siebtheiligster Ort für alle Moslems)
und gilt für all jene als Ersatz die aus welchen Gründen auch immer
nicht nach Mekka zur Kaaba pilgern können. Diese ganze Anlage
einschließlich der Moschee sind wirklich sehr sehenswert. Hinter der
Anlage befindet sich der Bazar. Ein Gewirr von Einkaufsgassen mit
wirklich allem was man für das tägliche Leben braucht. Bisher hatten
wir noch nie so einen Bazar, der nicht vom Tourismus lebt, gesehen. Da
war zum Beispiel die Gasse der Schmiede wo richtig gearbeitet wurde, wir
sahen den Kupferschieden zu und rings um uns herum wurde gehämmert und
geklopft. Dann gab es natürlich auch noch die Gassen wo Gewürze und
Lebensmittel angeboten wurden oder die Schneidereien und Bekleidung oder
Tabak und und und. Inmitten dieses Gewimmels war ein Teehof und was uns
am meisten gefiel (nicht so wie in den Touristenorten) niemand
belästigte uns oder wollte uns irgendwas verkaufen oder versuchte uns
reinzulocken. Bei unserer Ankunft in Sanli Urfa sahen wir über
der Halil-Rahman-Mosche eine Ritterburg und da wir noch etwas Zeit
hatten bis zur Weiterfahrt entschlossen wir uns diese anzusehen. Durch
ein Gassenlabyrinth stiegen wir hoch auf die einstige Trutzburg des
Balduin von Bouillon. Vor hier hatten wir ein wunderschönes Panorama
über Urfa. In Urfa wird einem bewußt, daß man sich im Osten der
Türkei befindet. Die Stadt vermittelt einen orientalischen Eindruck, so
ist sie eher konservativ, auch sahen wir hier sehr viele
"verschleierte" Frauen und keine, auch nicht die jungen gingen
z.B. mit unbedeckten Schultern. Wieder zurück an unserem Treffpunkt
ging die Reise weiter durch diese faszinierende Landschaft in der im
Sommer Temperaturen von 55°C herrschen. Wir überquerten den Euphrat
und fuhren zum Atatürk-Staudamm der es ermöglichte diese Landschaft
fruchtbar zu machen. Der Staudamm ist doppelt so groß wie der Bodensee
und wird mit den Wassern des Euphrat gespeist. Mit riesigen
unterirdischen Pipelines (ca. 5 m Durchmesser) wir diese eigentlich
karge Landschaft bewässert und wie bereits erwähnt durchaus fruchtbar.
Durch die riesigen gestauten Wassermengen und der großen Hitze entsteht
natürlich auch eine große Verdunstung und es ist noch nicht abzusehen
was diese Klimaveränderung in einigen Jahren mit sich bringen wird.
Weiter ging unsere Reise Richtung Adiyaman durch Mesopotamien. In der
Mittagszeit erreichten wir den Ort Katha und unser Hotel "Nemrut"
von wo aus unsere nächste Exkursion (der Höhepunkt unserer Reise) zum
Nemrut Dag starten sollte. Am frühen Nachmittag steigen wir in
Minibusse um und los gings in Richtung Nemrut. Um den Ort Katha gibt es
Erdöl-Raffinerien welche von Polizei und Militärs streng bewacht
werden und so wurden wir denn auch angehalten und kontrolliert (war
nicht schlimm - ist ja für die Sicherheit) aber dann gings ohne
Zwischenfälle weiter.
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Wir fuhren durch ein riesige Gebirge und die
Straßen wurden immer kurviger. Obwohl das Gebirge so ungastlich aussah,
leben hier doch Menschen. So ungastlich - so gleichermaßen schön.
Dachten wir die Straßen wären gefährlich, so wurden wir ca. 15 km vor
dem Nemrut eines Besseren belehrt. In steilen Serpentinen,
Kopsteinpflaster ähnlich aber uneben führte die Straße hinauf und
unser Fahrer konnte meist nur ganz langsam fahren und trotzdem hatten
wir das Geführ im rutschten manchmal fast die Reifen weg. Wir
Mitfahrenden wurden kräftig durchgerüttelt. Und dann war es endlich so
weit, die Bergstation war vor uns und der Fußmasch auf die Spitze des
Nemrut Dagi's konnte beginnen. Der Weg mit Schotter und Geröll, hoch -
tief manchmal wie Stufen gelangten wir nach oben. Es war schon ein
bißchen anstrengend aber dann wurden wir mit einer grandiosen Aussicht
über das Land belohnt. Es ist von dort oben eine Weite und ein Gefühl
von Unendlichkeit das sich mit Worten nicht beschreiben läßt. Und dann
der Moment worauf wir uns schon seit Jahren gefreut hatten, die riesigen
Steinmonumente des König Antiochos I, seiner Frau,, Appolos und Zeus,
der Adler und der Löwe aneinander aufgereiht und auch heute immer noch
imposant und wunderschön anzusehen auf zwei gegenüberliegenden
Terrassen. Auf der östlichen Terrasse waren die Steinrümpfe besser
erhalten, auf der westlichen die riesigen Köpfe. Lt. der Geschichte
soll König Antiochos I. nach seinem Tode hier beigesetzt, die Spitze
des Nemrut mit dem Kalkgestein aus dem Gebirge aufgefüllt worden und
damit die Grabkammer Antiochos sein. Es ist eigentlich unmöglich das
Gefühl das dieser Ort mit seinen antiken Zeugen und die Aussicht auf
das unendlich weite Gebirge vermitteln in Worte zu fassen. Für uns ist
es ein Erlebnis gewesen, das wir niemals vergessen werden.
Als wir den Nemrut Dagi verließen war es nun schon später Nachmittag
und die Sonne tauchte die steinernen Häupter und die Berge in rötlich
weiches Licht und was vorher unwirklich und ungastlich aussah wurde
plötzlch warm und immer überwältigender. Während der
abenteuerlichen Abfahrt besuchten wir ein winziges Bergdorf wo die Zeit
stehen geblieben schien. Mensch und Tier leben hier miteinander im Haus.
Danach bestaunten wir eine römische Brücke, gut erhalten und
restauriert über einen Nebenfluß des Euphrats. Es folgte noch die
Besichtigung des Grabhügels der weiblichen Angehörigen König
Antiochos I. Ein wirklich grandioser Tag ging zu Ende.
5. Tag Kahta-Kappadokien
Morgens um 7:00 nahmen wir Abschied
von diesem beeindruckenden Teil der Türkei und freuten und auf Kappadokien.
Wieder erwartete uns einen stundenlange Busfahrt. Aber um wenigstens einen
Teil eines so großen Landes wie die Türkei zu sehen geht es halt nicht
anders. Und wie anstrengend es manchmal sein mag, es lohnt sich allemal! Das
nächste Ziel war Karamannmarasch, das bekannt ist für sein Eis welchem
Orchideenwurzel und Vanille beigemischt wird. Weiterhin lebt diese Region
hauptsächlich vom Baumwollanbau. Auch Karamannmarasch ist eine konservative
Stadt und hoch über ihr thront eine sehr große Moschee. Übrigens werden die
Moscheen alle von Spendengeldern gebaut. Weiter fuhren wir durch den Taurus
und es ging wieder in die Höhen. Unser Reiseleiter beschrieb diese Landschaft
als öde - dem können wir nicht zustimmen - wir empfanden sie auch durch das
Farbenspiel als sehr faszinierend. So durchfuhren wir des Nachmittas Kayseri
und kamen alsbald in Derinkuyu an und besichtigten die unterirdische Stadt. Es
ist schon sehr beeindruckend zu sehen wie die Menschen hier vor vielen vielen
Jahren gelebt haben. Allerdings muß ich bemerken, daß ich persönlich die
unterirdische Stadt Kaymakli die wir vor einigen Jahren besichtigt haben,
aussagekräftiger finde. Im Anschluß fuhren wir nach Urchisar wo wir eine
Fotopause einlegten. Zwischenzeitlich war es früher Abend und die
Tuffsteinlandschaft Kappadokiens erstahlte in dem warmen Licht der
untergehenden Sonne und obwohl wir dieses Schauspiel schon einmal vor Jahren
genossen hatten, konnten wir uns nicht sattsehen. Nachdem unser Reiseleiter
uns von dem faszinierenden Naturschauspiel losgerissen hatte fuhren wir nach
Ürgüp ins Hotel "Merit Inn-Kappadokia".
6.
Tag Kappadokien
Heute sollten wir den
ganzen Tag in Kappadokien verbringen. Neben unseren Besichtigungen wurden
uns drei weitere Ausflüge angeboten. Das war einmal ein bunter Abend in
einem Tuffsteinfelslokal (am Ankunftsabend), eine Aufführung der Mevlevis
(tanzenden Derwische) und eine Ballonfahrt über Kappadokien. Bei einem
früheren Kappadokienbesuch wurden der bunte Abend und die Derwische
zusammen in einem Tuffsteinlokal zum Preis v. ca. DM 20,-- angeboten,
jetzt wo man die beiden Veranstaltungen getrennt hat kostete jede pro
Person Euro 20,--! Die Ballonfahrt sollte lt. Marco Polo Reiseführer Euro
150,-- kosten - tatsächlich wurde sie für Euro 180,-- angeboten. Auf
unsere Nachfrage hin warum so teuer, erklärte uns der Reiseführer, die
Veranstalter surften im Internet und wüßten was so eine Fahrt in
Deutschland kosten würde und hätten den Preis übernommen! Nichts desto
trotz hatte sich Josef für die Ballonfahrt angemeldet und es nicht
bereut. Er war vollkommen euphorisch - und beschrieb es so: Für
jeden Kappadokienbesucher und Naturliebhaber ist es ein unbeschreibliches
Erlebnis mit dem Ballon in den Sonnenaufgang hineinzufahren und diese
überwältigende, grandiose Landschaft von oben zu sehen! Als unsere
Ballonfahrer so gegen 9:00 morgens zurück waren brachen wir zu unseren
Besichtigungen auf. Als erstes fuhren wir zum Pasha- oder Mönchstal wo
wir wir dann auf eigene Faust die Landschaft erkunden konnten. Danach
besuchten wir das Freiluftmuseum von Göreme mit seinen Felsenkirchen die
auch wegen ihrer Fresken sehr berühmt sind. Dort herrschte bereits
munterer Betrieb und teilweise mußten wir ca. 10 - 15 min. warten um die
einzelnen Kirchen zu besichtigen. Im Anschluß daran durchfuhren wir das
Taubental. Natürlich legten wir immer wieder Fotopausen ein. Das mag sich
jetzt vielleicht langweilig anhören - ist es aber wirklich nicht; denn
die Landschaft ist unbeschreiblich schön und die Felsenwohnungen wirklich
interessant. Einige kann man auch besichtigen. Sicherlich hat schon jeder
einmal die Feenkamine als Bilder oder im Fernsehen bewundert, aber das
wird der Wirklichkeit nicht gerecht und es so wie oft beschrieben als
würde man eine Mondlandschaft bestaunen. Wir besuchten dann noch das
Taubental, die Festung von Urchisar und natürlich das Göreme-Tal. Am
Nachmittag kam dann der obligatorische Besuch einer Teppichknüpferei und
eines Keramikzentrums. Aber für diesen Tag war unser Programm noch nicht
beendet denn wir wollten noch zu den "tanzenden Derwischen". Wir
hatten schon einmal vor einigen Jahren so eine Veranstaltung besucht und
waren so angetan, daß wir uns eingehend mit Mevlana Celaleddin Rumi
beschäftigten und deshalb war es für uns ein MUSS die Mevlevis tanzen zu
sehen. Es teilte nicht jeder unsere Begeisterung obwohl die Reiseleiter
darauf hinwiesen, daß dies eine regligiöse Aufführung ist, waren wohl
einige der Touristen der Meinung das ist sowas wie ein bunter Abend! Die
Aufführung fand in einer Karawanserei statt was dem ganzen noch den
Richtigen Rahmen gab. Für uns war auch dies ein Höhepunkt!
7. Tag
Kappadokien-Konya-Antalya
Heute begann unser letzter Tag. Wieder
brachen wir um 6:30 Uhr auf und warfen noch letzte traurige Blicke auf die
wunderschöne Landschaft Kappadokiens. Wir hielten um die Sultanhani, die
größte seldschukische Karawanserei (ca. 5000 qm) zu besichtigen und
fuhren dann weiter nach Konya. In Konya besichtigten wir das Mevlana Museum, das Kloster der tanzenden Derwische und das Grab
von Celalettin Rumi, dem Gründer des Derwischordens und berühmten
Philosoph des islamischen Sufismus. Wie ich schon erwähnte haben wir uns
sehr mit Mevlana beschäftigt und obwohl wir hier auch schon einmal waren,
war es alles andere als langweilig. Nach dieser Besichtigung machten wir
unsere Mittagspause und nun ging es leider schon Richtung Antalya! Wir
fuhren über Seydisehir durch das Taurusgebirge und waren dann, nach
einigen kurzen Pausen, am späten Nachmittag in Antalya wo wir noch eine
Goldschmiede besuchten. Im Hotel angekommen verabschiedeten wir unseren
Reiseleiter und Busfahrer. Hier noch eine kleine nette Geschichte: Nach
dem Abendessen beschlossen wir mit Marianne und Werner, zwei Mitreisende,
der Altstadt und dem Hafen Antalyas einen Besuch abzustatten. Der
Rezeptionist sagte es wären ca. 4 km. Wir liefen los und waren so in
unser Gespräch vertieft, daß wir nicht darauf achteten wo wir waren und
da wir nicht an der Hauptstraße entlang gehen wollten sind wir im prinzip
alle Buchten abgelaufen. Wir liefen und liefen und waren dann schließlich
ca. 2,5 Stunden später wirklich am Hafen. Der Hafen und die Altstadt
Antalya's sind wirklich sehr malerisch und romantisch - am Tag wie in der
Nacht. Nachdem das mit den 4 km in keinster Weise zutraf wollten wir uns
dann auch nicht so spät auf den Rückweg machen. Aber wo und in welchem
Stadtteil war eigentlich unser Hotel? Wir gingen los und waren uns einig,
daß wir nicht den gleichen Rückweg nehmen wollten sondern an den
Hauptstraßen entlang was bestimmt viel kürzer sein würde. Wir liefen
und liefen und dachten jetzt müssen wir mal die Hauptstraße verlassen,
denn unser Hotel war ja auch in einer Seitenstraße. Es wurde zusehens
ruhiger und dunkler, wir durchliefen riesige Baustellen mit Hochhäusern
wo es ab und zu etwas Licht gab, dann an alten Friedhöfen vorbei und
durch mannshohes Schilfgras. Endlich sahen wir in der Ferne wieder eine
beleuchtete große Straße. Ich will es nicht zu lange machen, ein paar
nette türkische Männer die vor einem Haus saßen und Tee tranken boten
ihre Hilfe an. Das Problem war, alles was wir über unser Hotel wußten
war der Name der auf dem Zimmerschlüssel stand. Es kam dann noch ein
Taxifahrer dazu und letztendlich die Polizei. Mit Händen und Füßen
erklärten wir unser problem und die Polizisten nahmen uns in ihrem Wagen
mit zu Polizeiwache, setzten und in einen Pavillon, kamen nach 5 Minuten
zurück und sagten dem Taxifahrer wo wir hin müßten. Eigentlich waren
wir gar nichts mehr so weit entfernt von dem Hotel aber da es eine kleine
Seitenstraße war, hätten wir es wahrscheinlich nie mehr wiedergefunden.
Und die angeblich 4 km waren ca. 10 km. Gegen 2:00 Uhr Nachts waren wir
dann glücklich zurück. Das war ein sehr aufregender Abend!!!
8. Tag Badeaufenthalt
Heute morgen hieß es Abschied nehmen von
unserer Reisegruppe und wir waren schon etwas traurig. Jetzt wurden wir
nach Alanya ins Hotel Ananas zu unserer Badewoche gefahren. (Siehe
separate Seiten)
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