Start1-Tag 2-Tag 3-Tag 4-Tag 5-6Tag 7-8Tag Alanya Türkei-Karte Impressionen

 

Rundreise Südküste - Südanatolien

  4.Tag Urfa-Kahta-Nemrut Dagi

 

 Bereits um 6:30 Uhr verließen wir Gaziantep in Richtung Sanli Urfa. Die Landschaft die wir durchfuhren war eher karg und hatte teilweise einen   wüstenartigen Charakter. In Sanli Urfa befindet sich die Halil-Rahman-Moschee dem Heiligtum des Prohpeten Abraham mit dem berühmten heiligen Karpfenteich von dem die Legende behauptet, daß Abraham, der in einem riesigen Feuer hätte verbrannt werden sollen in welches er mittels eines Katapults geworfen wurde, nachdem er Gott um Hilfe bat, sich das Feuer in Wasser und die Glutstücke in Karpfen verwandelt hätten. Diese heiligen Karpfen werden gehegt und gepflegt und niemand darf sich daran vergreifen! Für die Türken ist Sanli Urfa der zweitheiligste Ort nach Mekka (siebtheiligster Ort für alle Moslems) und gilt für all jene als Ersatz die aus welchen Gründen auch immer nicht nach Mekka zur Kaaba pilgern können. Diese ganze Anlage einschließlich der Moschee ist wirklich sehr sehenswert. Hinter der Anlage befindet sich der Bazar. Ein Gewirr von Einkaufsgassen mit wirklich allem was man für das tägliche Leben braucht. Bisher hatten wir noch nie so einen Bazar, der nicht nur vom Tourismus lebt, gesehen. Da war zum Beispiel die Gasse der Schmiede, wir sahen den Kupferschieden zu um uns herum wurde gehämmert und geklopft es wurde richtig gearbeitet. Dann gab es natürlich  auch noch die Gassen wo Gewürze und Lebensmittel angeboten wurden oder die Schneidereien die mit ihren alten Fußbetriebenen Nähmaschinen ihre Arbeit im Freien verrichteten. Inmitten dieses Gewimmels ist ein Teehof und was uns am meisten gefiel (nicht so wie in den Touristenorten) niemand belästigte uns oder wollte uns irgendwas verkaufen oder versuchte uns reinzulocken.  Bei unserer Ankunft in Sanli Urfa fiel uns eine große Burg auf, die mächtig über der Halil-Rahman-Mosche thront, da wir noch etwas Zeit hatten bis zur Weiterfahrt entschlossen wir uns diese anzusehen. Durch ein Gassenlabyrinth stiegen wir hoch auf die einstige Trutzburg des Balduin von Bouillon. Vor hier hatten wir ein wunderschönes Panorama über Urfa. In Urfa wird einem bewußt, daß man sich im Osten der Türkei befindet. Die Stadt vermittelt einen orientalischen Eindruck, so ist sie eher konservativ, auch sahen wir hier sehr viele "verschleierte" Frauen und keine, auch nicht die jungen gingen z.B. mit unbedeckten Schultern. Wieder zurück an unserem Treffpunkt ging die Reise weiter durch diese faszinierende Landschaft in der im Sommer Temperaturen von 55°C herrschen. Wir überquerten den Euphrat und fuhren zum Atatürk-Staudamm der es ermöglichte diese Landschaft fruchtbar zu machen. Der Staudamm ist doppelt so groß wie der Bodensee und wird mit den Wassern des Euphrat gespeist. Mit riesigen unterirdischen Pipelines (ca. 5 m Durchmesser) wir diese  eigentlich karge Landschaft bewässert und wie bereits erwähnt durchaus fruchtbar. Durch die riesigen gestauten Wassermengen und der großen Hitze entsteht natürlich auch eine große Verdunstung und es ist noch nicht abzusehen was diese Klimaveränderung in einigen Jahren mit sich bringen wird.  

 

Weiter ging unsere Reise Richtung Adiyaman durch Mesopotamien. In der Mittagszeit erreichten wir den Ort Katha und unser Hotel "Nemrut" von wo aus unsere nächste Exkursion (der Höhepunkt unserer Reise) zum Nemrut Dag starten sollte. Am frühen Nachmittag stiegen wir in Minibusse um und los gings in Richtung Nemrut. Um den Ort Katha gibt es Erdöl-Raffinerien welche von Polizei und Militärs streng bewacht werden und so wurden wir denn auch angehalten und kontrolliert (war nicht schlimm - ist ja für die Sicherheit) aber dann gings ohne Zwischenfälle weiter. Wir fuhren durch ein riesige Gebirge und die Straßen wurden immer kurviger. In dieser unwirtlichen Gegend, leben und wohnen doch Menschen. So ungastlich - so gleichermaßen schön. Dachten wir die Straßen wären gefährlich, so wurden wir ca. 15 km vor dem  Nemrut eines Besseren belehrt. In steilen Serpentinen, teilweise auf gerissenes Kopfsteinpflaster, mit vielen Schlaglöcher und holprig führte die Straße hinauf und unser Fahrer konnte oder sollte meist nur ganz langsam fahren und trotzdem hatten wir das Gefühl, (wir fuhren im Konvoi von 5 Minibussen ) die Jungs  machen ein Wettrennen. Wir  wurden kräftig durchgerüttelt und ein wenig blass um die Nase (und nur nicht daran denken wie es runter sein wird!) war es endlich so weit, die Bergstation war vor uns und der Fußmasch auf die Spitze des Nemrut Dagi konnte beginnen. Den Schotter und Geröllweg hoch - die Stufen hoch-tief nach Luft schnappend gelangten wir nach oben. Es war schon ein bißchen anstrengend aber dann wurden wir mit einer grandiosen Aussicht über das Land belohnt.  Es ist von dort oben eine Weite und ein Gefühl von Unendlichkeit das sich mit Worten nicht beschreiben läßt. Und dann der Moment worauf wir uns schon seit Jahren gefreut hatten, die riesigen Steinmonumente des König Antiochos I, seiner Frau, Appolos und Zeus, der Adler und der Löwe aneinander aufgereiht und auch heute immer noch imposant und wunderschön anzusehen auf zwei gegenüberliegenden Terrassen. Auf der östlichen Terrasse waren die Steinrümpfe besser erhalten, auf der westlichen die riesigen Köpfe. Lt. der Geschichte soll König Antiochos I. nach seinem Tode hier beigesetzt, die Spitze des Nemrut mit dem Kalkgestein aus dem  Gebirge aufgefüllt worden und damit die Grabkammer Antiochos sein. Es ist eigentlich unmöglich das Gefühl das dieser Ort mit seinen antiken Zeugen und die Aussicht auf das unendlich weite Gebirge vermitteln in Worte zu fassen. Für uns ist es ein Erlebnis gewesen, das wir niemals vergessen werden. Als wir den Nemrut Dagi verließen war es nun schon später Nachmittag und die Sonne tauchte die steinernen Häupter und die Berge in rötlich weiches Licht und was vorher unwirklich und ungastlich aussah wurde plötzlch warm und immer überwältigender. Während der  abenteuerlichen Abfahrt besuchten wir ein  kleines Bergdorf wo die Zeit stehen geblieben schien. Mensch und Tier leben hier miteinander im Haus. Danach bestaunten wir eine römische Brücke, gut erhalten und restauriert über einen Nebenfluß des Euphrats. Es folgte noch die Besichtigung des Grabhügels der weiblichen Angehörigen König Antiochos I. Ein wirklich grandioser Tag ging zu Ende.

 


 

Startseite/Home

Türkeikarte

   © 2002 -2010  by J.H.Z.    

gratis Besucherzähler