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Türkei Rundreise ein Rundreisebericht von 2011 - Tag 7&8

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Das Video zum Reisebericht Ephesus

 

 

 
Zum einstimmen für den Text, den Bildern und dabei a bisserl Träumen von der vergangenen Reise.
 Can Atilla, der Titel ´Rumeli Hisai´nin Yapilisi´ Bei YouTube


Ephesus - Kusadasi - Abflug
 

Der 7 und 8 Tag.

Nach dem Frühstück um 8.15Uhr ging es heute los.
Wieder über Denizli, dessen Wahrzeichen der Denizli Hahn ist, starteten wir in diesen Morgen. Dieser Hahn steht im Guinness Buch der Rekorde als der am längsten krähende Hahn. Sein Krähen kann bis zu 1 Minute 20 dauern und wird eigentlich nur unterbrochen von Ohnmachtsanfällen aufgrund Sauerstoffmangels. Erster Halt an diesem Tag war eine Teppichknüpferei in Tavas. Hineingeleitet und empfangen wurden wir von dem Chef(?) dieses Betriebes, der uns neben der Arbeit einiger Knüpferinnen interessantes zu diesem Kunsthandwerk erzählen konnte. Welche Materialen sich dazu eignen, die Färbetechniken, sowie die Anzahl der Verknotungen, die auf einem Quadratzentimeter Platz haben können, sollen und dürfen, worin sich die Qualität der verschiedenen Techniken unterscheidet. Keine Frage ist die Verarbeitung mit Seide die sicher schwierigste, aber auch die schönste. So tolle Muster können damit detailgetreu entstehen, dass es wirkliche Kunstwerke sind. Wir wurden anschließend an einen Mitarbeiter der Firma ´übergeben´, der mit uns in einen Nebenraum ging, um uns anhand der dort ausgestellten Bilder die Entstehung der Seide zu präsentieren. Verschiedenste Fäden schmückten die Wände. Versammelt um einen runden gemauerten beheizbaren Kessel, in dessen warmen Wasser, ausschauend wie kleine weiße Eier schwammen, hörten und sahen wir staunend bei der Entstehung der Seidenfäden zu. Das wie Eier aussehende waren die Kokons der Seidenraupen, die, wenn sie hart waren darin klapperten, wenn man sie schüttelte. Nur im nassen Zustand war es möglich einen reißfesten Faden zu gewinnen. Dazu musste man mit einer sehr groben Bürste über die nassen Kokons hinweg streichen, bis sich auf diese Weise leicht die Anfangsfäden darin verfingen und sich damit leicht finden ließen. Diese wurden mit vielen anderen gleichzeitig durch eine Führungsöse auf eine Spule gewickelt. Ein Kokon kann aus über einem km Seidenfaden bestehen, unglaublich oder? Die Raupen überleben diese Prozedur natürlich nicht. Das gewünschte Endprodukt bestimmt die Anzahl der verflochtenen Fäden. Höchst interessiert haben wir wieder etwas gelernt. Anschließend führte uns der Chef(?) durch Hallen von Teppichen, wunderschön, ob jetzt aus Seide, Wolle oder anderen Materialien, in einen großen Raum,Tür verschlossen. Wir erhielten einen Tee und lauschten den Ausführzungen des Chefs zur Exklusivität der Teppiche, die sie zweifelsohne auch hatten, jedoch verließ er dann den Raum und sogleich füllte er sich mit Männern, die uns die Qualität der Teppiche zu preisen suchten um uns danach in ein mögliches Verkaufsgespräch zu verwickeln. In den Gängen überall wimmelte es auf einmal von Menschen, wo vorher keiner war. Plötzlich war die Gruppe getrennt und Panikattacken überfielen mich, woraus der Wunsch nach Flucht entstand. Die Freiheit wieder, fanden wir uns im Hof der Firma einigen Reisegruppen gegenüber, die alle den Wunsch zu haben schienen, schnellstens weiterreisen zu können. Der Aufenthalt war mit einer Stunde festgesetzt. Froh über die neue Erkenntnis der Seidengewinnung, hinkte das Erlebnis noch eine Weile hinterher. Endlich als es weiter ging, musste die Fahrt trotzdem kurz unterbrochen werden, da an einem Teilstück der Autobahn Sprengungen durchgeführt wurden. Mittagspause wurde in einem Anatolischen Restaurant in Aphrodisia gemacht, welches auch Ausgrabungen hatte, die wir aber links liegen ließen. Relativ schnell und gut aßen wir und so verloren wir nun nicht noch mehr Zeit für Ephesos, das uns schon erwartete. Oskay verwöhnte unsere Ohren mit tollen Klängen, die bis heute nachhallen. Vorbei wieder an Oliven-, Quitten- und Granatapfelplantagen, ging es dieses Mal über eine holprige Landstraße. Die Granatapfel- und Quittenernte stand kurz bevor, wie man an den dunkelroten und dicken gelben Früchten sehen konnte. In den Städten bekam man überall einen frisch gepressten Granatapfelsaft zu trinken, der gesund und lecker schmeckte. Feigen, die zuhauf in der Gegend um Aydin wachsen, sind die, die wir zuhause kaufen können, wenn sie nicht gerade aus Griechenland kommen. In Ephesos konnten wir welche erstehen. Wie gut die schmeckten, bedarf keiner Erklärung.
 


Ephesus


 

Die Schnellstraße erreicht, dauerte es nicht mehr allzu lange, bis wir gegen 15 Uhr in Ephesos waren, endlich! Es war warm, die Sonne schien und so konnten wir uns in die letzte, für diese Reise, antike Stätte, nahe der Stadt Selcuk, begeben. Beginnend auch hier bei der Nekropole, konnte man rundherum die Höhe der Erdhügel sehen, die vor den Ausgrabungen das gesamte Areal bedeckten. Es müssen dort Unmengen von Erde bewegt worden sein, um an die Überreste der einst größten Stadt der Antike mit 300 000 Einwohnern zu kommen. Bekannt ist Ephesos (Efes) allein schon durch eines der sieben Weltwunder, dem größten antiken Tempel der Artemis. Direkt am Meer gelegen, befindet sich dieses heute etwa 8 km entfernt, so wie in Troja durch Versandung, aber auch durch Erdbewegungen. Die Besiedelungsgeschichte dieser Stätte lässt sich tausende Jahre zurück verfolgen. So konnte man Siedlungsspuren der Hethiter, Mykener, Minoer und die anderer Kulturen feststellen. 334 v. Chr. war Alexander der Große während seines Persienfeldzugs in Ephesos. Den Gordischen Knoten, den er angeblich lösen konnte, haben wir in der Teppichknüpferei kennen gelernt, denn so werden heute noch die Fäden in den Knüpfereien verknotet. Dank der Archäologen, haben wir heute die Möglichkeit Einblicke in frühzeitliches Leben zu bekommen. Allein die Mühsal der Menschen, so etwas Großes vollbringen zu können. Über das Odeon gelangten wir zur Kuretenstraße, an dessen Beginn sich vermutlich ein Spitalähnliches Gebäude befunden haben könnte, da die auch heute noch typisch optische Darstellung der sich windenden Äskulapnatter um einen Stab der Hinweis auf praktizierende Mediziner ist und sicher auch war. Mit Marmorplatten in den verschiedensten Größen gepflastert ging es über die Kuretenstraße am Hadrianstempel vorbei. Links sind heute noch die Überreste von Hanghäusern sichtbar, in denen Geschäftslokale untergebracht waren. Vor den Türen sind Mosaike erhalten, in denen die Gewerke der Geschäftstreibenden erkennbar sind. Rechts ging es weiter in Örtlichkeiten wo früher sehr häufig Geschäfte abgeschlossen wurden, den Toilettenanlagen. Die Sitzöffnungen waren ursprünglich aus Marmor, der, wenn er kalt war von Sklaven vorgewärmt werden musste. Mittig stand ein kleiner Brunnen, dessen Plätschern so manch unangenehmes Geräusch übertönen sollte. Die Celsius Bibliothek am Ende der Straße lädt förmlich zum Betreten ein, allerdings ist von der früheren Verwendung als Bibliothek nicht mehr viel übrig. In dem damals aufwendigen und teueren Bau, mit über 12000 Buchrollen, zeugt vom Reichtum der Erbauer. Rechts von der Celsius Bibliothek gelangten wir durch ein imposantes Tor zur Agora, dem Fest- oder Marktplatz, der sich vor uns auftat und über die Größe nur wundern konnte, denn das damalige Treiben hier auf diesem Platz, wo nun riesige Pinien und unzählige Steine aufgereiht für den heutigen Betrachter liegen, kann man fast spüren. Die Marmorstraße war wegen Bauarbeiten gesperrt und so begaben wir uns Richtung ehemaliger Hafenstraße zum Theater, dass auch hier den Hang hinauf gebaut wurde. Vieles davon wurde schon rekonstruiert, da der Verfall sonst sicher weiter fortgeschritten wäre. Über den Orchesterraum konnte man das Theater durch halbunterirdische Gänge verlassen. Enorm die Hafenstraße, die als einzige in der Glanzzeit beleuchtet gewesen sein soll. Somit bewegten wir uns dem Ausgang und dem Ende unserer Reise zu, denn von hier aus ging es bis weit hinter Kusadasi in ein Hotel direkt am Meer. Ein toller Sonnenuntergang beschloß diesen letzten Tag in der Türkei.



 

1.30 Uhr in der Nacht fuhr Oskay uns ohne Zafer nach Izmir zum Flughafen, wo unsere Maschine um 5.55 Uhr pünktlich gen Heimat abhob.

Fazit:
Mit Osakys Fahrkünsten durch Regengüsse oder Großstadtmetropolen, mit Zafers Wissen und viel neuem über so viel Geschichte zu allen Orten und Plätzen, die wir besuchen konnten, die netten Menschen, die wir kennen lernen durften, hat uns mehr als gefreut und rundeten alles zu einer erlebnisreichen und sicher nicht so schnell vergessenen Rundreise über nicht ganz 2000 km durch ein tolles Land ab. Hermenegilds und Gottfrieds Interesse, als auch ihr immens großes Detailwissen verblüffte teils nicht nur uns, sondern auch den Reiseleiter. Rowena und Kathrin, die die türkische Kultur vorher schon einige Male besuchten und uns manch hilfreichen Tipp geben konnten, Traude mit ihrem freundlichen Wesen, die auch in regendüsteren Momenten die Sonne scheinen ließ und der Andrea, die vielgereist auch von dieser Reise noch nicht genug hatte und noch eine Woche dran hing.
 


Der Abflug



Siebter&achter Tag: Ephesus Kusadasi und Izmir Abflug nach Wien

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