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Die Türkei ein Rundreisebericht von 2011 - 3&4.Tag

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Das Video zum Reisebericht Istanbul


Istanbul! Die blaue Moschee

 

3. Tag: Gallipoli, Istanbul, Topkapi Palast

Aufgestanden um 5.30 Uhr (unserer Zeit 4.30 Uhr) mit Regen, Sturm, Gewitter, Regen, Sturm…..
Ab 6 Uhr gab es wieder ein tolles Buffet, das so ziemlich jeden Geschmack befriedigte. In so einer Umgebung sind auch die vielen Touristen verschiedenster Nationen erträglicher. Um 7 Uhr begann unsere heutige Etappe, begleitet von sturmböenartigem Starkregen- ob das die Schirme aushalten ( nein, haben sie nicht! Wer denkt bei einem Türkeiurlaub schon an Regen? Von der erhofften Bräune, die die Daheimgebliebenen blass erscheinen lassen sollte, konnten wir so nur träumen). Zafer erzählte uns, dass wohl ganz Antalya im Regen versunken sei und es in Ostanatolien geschneit hat. Er meinte, mit uns sei der Winter gekommen. Im Hafen von Canakkale befuhren wir die Fähre und setzten so über die Dardanellen ans nördliche Ufer gelegene Gallipolis. Es regnete so stark, dass wir daran vorbei fuhren, ohne die Stätte gesehen zu haben, an der im 1. Weltkrieg furchtbare Gefechte stattgefunden haben und unzählige Menschen gestorben sind. Richtung Istanbul fuhren wir fast immer die Küste entlang, machten zwei Pausen, wobei die Zweite kurz vor Istanbul gleich die Mittagspause war. Wir aßen auch hier überraschend gut und konnten gestärkt den Weg fortsetzen- der Regen hat nicht nachgelassen. Dann näherten wir uns Istanbul. Mit seinen geschätzten 14- 15 Mio. Einwohnern, wächst es fast täglich. Mit einem ungefähren Durchmesser von 175 km, ist es größer als manche Strecke, die wir auf dieser Reise bewältigt haben. Es erschließen sich immer neue Gegenden, die sicher älter sind, wo jedoch neu zugebaut wird, am Rande dieser Metropole wird kontinuierlich gebaut und das auch in ordentliche Höhen hinauf. Man kann nur hoffen, dass die Planer dieser Großsiedlungen an die Erdbeben gedacht haben, die in den meisten Gebieten der Türkei die häufigste Naturkatastrophe sind. Wir brauchten ca. eine 3/ 4 Stunde, mit mal mehr, mal weniger fließendem, natürlich auch hier hupendem Verkehr, von etwa der Stadtgrenze auf Aurobahnen, bis wir am Topkapi Palast ankamen. Die Busse aufgereiht, ließ uns die Vielzahl der Touristen bereits ahnen. Zafer machte mit uns auf dem Gelände des Palastes eine Führung, zeigte uns die bedeutendsten Plätze und erzählte das Wichtigste dazu. So war der Palast viele Jahrhunderte lang Regierungs- und Wohnsitz der Sultane, gleichzeitig das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches. Die Gründung der Stadt erfolgte, nach der Eroberung Konstantinopels, durch Sultan Mehmed II, der sie nach einem zweiten Anlauf zwischen dem Marmarameer und dem Goldenen Horn auf einem der sieben Hügel Istanbuls erbauen ließ. Stetige Umbauarbeiten prägten das heutige Erscheinungsbild. Der Palast bedeckt eine Größe von über 69 Hektar, bestehend aus mehreren Gebäuden und bildete mit tausenden Bewohnern eine eigene Stadt. Dazu gehörte auch ein großer Garten. Anschließend hatten wir Zeit zur Verfügung, um die uns interessierenden Örtlichkeiten selbst zu erkunden, was wir auch taten. So besuchten wir die Schatzkammer, mit dem berühmten Dolch, der als Geschenk für den Schah von Persien gedacht, allerdings durch kriegerische Kampfhandlungen und den Tod des Schahs zurück nach Istanbul kam. Wir erfuhren anhand des sagenhaften Schmuckes mit unbezahlbaren Edelsteinen, sowie der Ausstattung der Räumlichkeiten und vielen Gemälden mehr über die großen Sultane. Es gab auch einen verbotenen Ort, der nur nach erfolgter Erlaubnis betreten werden durfte. So befand sich an diesem Ort der Thronsaal für Empfänge ausländischer Gäste und staatsdienender Wesire, sowohl auch den Harem, zu dem die Privatgemächer der Sultane gehörten Bis zu 2000 Haremsdamen lebten in den Räumlichkeiten. Wenn eine von ihnen dort nicht mehr erwünscht war, konnte sie ihr Leben im unteren Serail ( Palast ) weiter führen, wo sie auch von Staatsdienern mit Erlaubnis des Sultans geehelicht werden konnte. Wir glaubten nicht genug Zeit für den Harem zu haben, für den man extra Eintritt zahlen musste, am Ende wäre es sich doch ausgegangen. Zwei der Mitreisenden, Rowena und Kathrin waren drin und sehr begeistert schilderten sie uns von der tollen Ausstattung. Treffpunkt war um 17 Uhr beim Bus, wo Oskay und Zafer auf uns warteten. Neben dem Topkapi Palast lag die Hagia Sophie und ihr gegenüber eines großen Platzes die blaue Moschee, die ihre sechs Minarette imposant in den Himmel reckte. Hier wohnten wir im Golden Hill, welcher Teil Istanbuls das war, erfuhren wir nicht. Zu Abend aß der Großteil der Gruppe in einem einheimischen Lokal, dem Baran Ocakbasi, nahe beim Hotel. Das war ein bisschen eigen, da man zu freundlich war, aber am Ende war es doch nicht so schlecht mit den ganzen Vorspeisen und dem Essen, denn uns zog es am nächsten Abend noch einmal dorthin. Mit Andrea genehmigten wir uns noch einen kleinen Umtrunk in der Bar, bevor es in unser nicht so schönes Zimmer ging, aber es war ja nur für kurze Zeit.


 

Der Film zum Reisebericht

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4. Tag: Istanbul, Hagia Sophia, Hippodromplatz, Blaue Moschee, Ägyptischer Basar

Heute brauchten wir keinen Wecker, denn die Muezin aus allen Richtungen waren dafür zuständig. Der Himmel hängt voller Wolken und Regen, es hat 16° C. Ein einfaches Frühstück erwartete uns ab 7 Uhr, Abfahrt war um 8.30 Uhr zur nicht weit entfernten Hagia Sophia. Für unsere Verhältnisse, konnte man den Frühverkehr schon mit starkem Aufkommen vergleichen, bedrängt wurden wir links und rechts von eiligen Fahrern, ausweichen des öfteren Stellen, wo es gekracht hat und die Hupen, die natürlich nicht fehlen durften. Bei der Hagia Sophia angekommen, stand eine riesige Menschenmenge vor dem Eingang, die sich allerdings recht schnell auflöste. Die Taschen wurden, so wie gestern im Topkapi Palast, durchleuchtet, bevor es auf das Gelände ging und Zafer uns im Vorfeld schon wieder einiges erzählen konnte. Die Hagia Sophia ist eine ehemalige byzantinische Kirche, in der die byzantinischen Kaiser gekrönt wurden, entstanden etwa um 500, die später durch den Zubau von Minaretten in eine Moschee umgewandelt wurde. Heute stellt sie als Ganzes ein Museum, sowohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt dar; gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie hat in der Christenwelt auch heute noch eine große Symbolkraft und hohe Bedeutung. Mit der Eroberung der Osmanen verlor die Kirche einen großen Teil ihrer christlichen Insignien und wurde für die Osmanen zu einer bedeutenden Moschee. Sie wurde dreimal gebaut, das erste Mal fiel sie Flammen zum Opfer, das zweite Mal einem Erdbeben. Im 16. Jahrhundert wurde sie mit eingezogenen Eisenstreben in den tragenden Elementen stabilisiert. So konnten die bisherigen Erdbeben nicht viel Schaden anrichten. Im Eingangsbereich der Hagia Sophia, befindet sich eine große Vorhalle, ausgeschmückt mit allem, was damals möglich war. Die Wände mit gemustertem Marmor geschmückt, dessen zweite Seite spiegelverkehrt angeordnet ist, so dass das entstandene Muster nicht natürlich, sondern gemalt aussieht. Die Eingänge in den Innenraum bilden Tore, deren größtes, damals nur vom Kaiser benutzt, Kaisertor bis fast an die Decke reichte. Darüber ist Christus in einem Mosaik dargestellt, also Dimensionen, die sich mit wenigem vergleichen lassen. Der höchste Punkt im Innenraum ist von der Kuppel bis zum Boden mit 55 m, der Durchmesser der Kuppel 32 m. Viel ist von der alten Struktur erhalten. Überwältigend die Kunst, ein solches Bauwerk in jenen Zeiten zu bauen, dass bis heute Bestand hat. Die tiefhängenden blumenartigen Leuchten ließen die Höhe noch enormer erscheinen. Die christlich bezogenen Mosaike und bildhaften Darstellungen, z.B. der sechsflügeligen Engel, wurden von den Osmanen überputzt und übertüncht, die seit der Umwandlung in ein Museum in Kleinarbeit wieder freigelegt wurden. Somit stellen sich heute muslimische und christliche Symbole in der Hagia Sophia vereint dar. In Mittelschiff steht eine nachträglich eingebaute islamische Gebetsnische, für muslimische Gebete, darüber befindet sich an der Wand ein Mosaik der thronenden Muttergottes, seitlich davon Buntglasfenster aus dem 18. Jhd., links davon steht die Freitagskanzel, Mimbar genannt, von der aus der Imam, dem Vorbeter, Freitags die Gebete rezitierte. Links davon befand sich eine Loge, in der sich nur der Sultan zum Gebet aufhalten durfte. Zum Schutz des Herrschers wurden Bewacher aufgestellt. Rund 7 m im Durchmesser große mit Kamelleder bezogene Schilder schmückten die Hauptpfeiler. In kalligraphischer Schönschrift arabisch genannt, sind die Namen Allahs, des Propheten Mohammeds und vier rechtgeleitete Kalifen. Diese Schilde stammen aus neuerer Zeit und wurden statt der vorher dort befestigten rechteckigen Tafeln ersetzt. Die Säulen im Innenraum stammten vom Artemistempel in Ephesus. Auf die zweite Ebene, die Empore, gelangte man über einen gewundenen Pfad und eröffnet den Blick von oben in diesen sagenhaften Innenraum. Hier oben sah man die durch Erdbeben ausgelösten Verformungen von Pfeilern und dem Boden. An einer Wand war in Mosaikform Jesus dargestellt, das die Übertünchung nicht ohne Beschädigung überstanden hat.Nach der freien Zeit, die wir auch hier zur Verfügung hatten, gingen wir direkt von der Hagia Sophia zum Hippodromplatz, auf dem im Konstantinopel der damaligen Zeit Pferderennen ausgetragen wurden. Da mein Regenschirm die gestrigen Sturmattacken beim Topkapi Palast nicht überstanden hat, musste auch ich mir nun einen neuen kaufen, denn Tröpfeln tat es immer noch. Zu Beginn des Platzes stand ein im türkischen Stil erbauter Brunnen, der zum Dank für den Bau der Eisenbahn von Kaiser Wilhelm gestiftet wurde. Als nächstes auf dem Hippodrom stehende Wunder ist der Obelisk aus rosa Granit, den Kaiser Theodosius I. aus Ägypten hat kommen lassen. Ursprünglich war er um die 30 m hoch. Vor dem Aufrichten in der Mitte des Hippodromplatzes zerbrach er und ist jetzt ca. 20 m hoch, immerhin noch stattlich. Der Obelisk steht auf dem damaligen Niveau, welches einige Meter unter dem von heute liegt. Er stammt aus der Zeit Thutmosis III., stand ursprünglich in Luxor vor dem Tempel von Karnak. Hier steht er auf einem Marmorsockel an diesem Platz, der bisher alle Erdbeben überstanden hat und dem man das Alter von immerhin 3500 Jahren nicht ansieht. Eingemeißelt der Transport und die Aufstellung des Obelisken, ein Pferderennen, sowie Ereignisse an Theodosius Hofe. Weiter hinunter stand eine Bronzesäule, die sich aus drei sich einander umschlingende Schlangen besteht. Der Kopf einer Schlange liegt im Archäologischen Museum Istanbul. Geweiht wurde diese Schlangensäule von den Griechen, die Siege über persische Invasoren feiern konnten, gewidmet dem Gott Apollon. Hierher nach Istanbul kam diese Säule, nachdem Konstantin der Große sie aus Delphi nach Konstantinopel bringen ließ. Am Ende des Hippodromplatzes neben der Schlangensäule steht ein gerade in Restauration befindlicher gemauerter Obelisk. Wir verließen den Platz und wandten uns nach rechts der blauen Moschee oder auch Sultan- Ahmed- Moschee zu, die heute die Hauptmoschee Istanbuls ist. Wir mussten in einem langen Gang die Schuhe ausziehen und in einem Beutel verstaut mit uns tragen, Kopftücher aufgesetzt und schon ging die Staunerei wieder los. Blaue Moschee wird sie genannt, da sie reich mit blau- weißen Fliesen in der Kuppel und den oberen Mauern ausgestattet ist. Älter als diese Fliesen sind die mit traditionellen Pflanzenmotiven. Die Moschee zeichnen 6 Minarette aus, nur die Hauptmoschee in Mekka hat mehr. Die große Kuppel ist befindet sich in 43 m Höhe, einfach unglaublich diese Wirkung. Gestützt wurde das Ganze von vier 5 m mächtigen Säulen, Elefantenfüße genannt, die uns daneben winzig aussehen ließen. Die bunten Fenster verliehen dem Innenraum ein merkwürdig gedämpftes Licht. Die Moschee ist mit Teppichen ausgelegt, in der es trotz vieler Menschen ruhig war. Wir waren zu einer Zeit drin, als der Muezin rief und wir mussten die Moschee schneller verlassen, als wir wollten. Beim Ausgang befand sich eine große Treppe, auf der sich die Schuhanziehenden helfenderweise platzierten. Erst als wir von unten hinaufsahen, stand dort groß geschrieben ´Bitte nicht Platznehmen`, tja, etwas ungünstig angebracht! Zurück zu Oskay der uns geschickt durch diese riesige Stadt entlang des Bosporus zum Misir Carsisi, dem Ägyptischen Basar, lotste. Kurze Erklärung von Zafer auch hierzu, dann ging es auf eigene Faust los. Benachbart von der Neuen Moschee, befinden sich im überdachten Basar mehr als 100 Geschäfte, die mit Reizen, wie Farben, Düften, Musik, bunten Lichtern, Glitzer u.v.m. zu locken versuchten. Ein Erlebnis, auch wenn die Blicke an den verschiedensten Sachen nur Bruchteile haften bleiben sollten, da man sonst von Verkaufswilligen sogleich umringt ist. Man wurde auch deutsch angesprochen. Wir besorgten Apfeltee, den mitzubringen wir gebeten wurden (der schmeckt lecker!) und einiges mehr. Fische und andere nicht gut riechende Angeboten befanden sich mit ihren Ständen seitlich außerhalb vom Basar. Müde, frierend, hungrig, machten wir uns mit vielen neuen tollen Bildern im Kopf, gemeinsam auf zu unserer letzten Nacht hier in Istanbul im Golden Hill.

 

Dritter&vierter Tag: Istanbul

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