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Gut, dass heute, am 27.5. unsere Etappe von Grein nach Maria Taferl nicht gar so
lang war, denn so konnte sich Horst heute ein wenig schonen. In der Nacht gab es
ein Gewitter aber bei viel Sonnenschein brachen wir wieder gegen 9 Uhr auf.
Unser erster Stop an diesem Tag war in Ybbs. Vor dem Denkmal der alten Fahrräder
mussten wir für Elisabeth posieren. Das Denkmal gehört zu einem Fahrradmuseum,
welches aus einer privaten Sammlung heraus entstanden ist. Es wird die
Geschichte das Fahrrades aufgezeigt, mit vielen alten Modellen aus der ganzen
Welt. Für Fahrradinteressierte sicher sehenswert.
Maria hatte ihr Fahrrad leider nicht so gut geparkt, sodaß es umstürzte und
gleich zwei Speichen kaputt waren. Gut, daß es überall Reparaturstützpunkte gab.
Wieder auf die linke Donauseite gefahren, waren wir an der Radstation Persenbeug,
wo wir professionelle Hilfe in Anspruch nehmen konnten. Nach einer kurzen
Stärkung ging es nun nach Maria Taferl.
Bei einem ausgemachten Treffpunkt wurden wir mit Auto und Anhänger für die
Fahrräder abgeholt und hinauf nach Maria Taferl gefahren. Im Hotel " Rose "
bezogen wir unsere Zimmer. Nach dem Abendessen mit einem herrlichen Blick von der Terrasse auf die Donau,
spazierten wir durch den kleinen, aber bedeutenden Wallfahrtsort Maria Taferl.
Auch hier sind die Spuren der Kelten und der römischen Provinz Noricum zu finden.
Die Wallfahrtskirche wurde ursprünglich um den Bildstock der Jungfrau Maria
gebaut, wodurch sich ihr heutiger Name ableiten läßt.
28.5., 5. Etappe von Maria Taferl nach Krems, um die 59 km.
Nach dem Frühstück verließen wir Maria Taferl über eine 10 % Steigung, die es
ganz schön inne hatte. Das Wetter war so toll, dass wir jeden Moment der Fahrt
fast noch mehr genießen konnten.
Nun freuten wir uns auf Melk, dem wir bereits sehr nahe waren. Dort angekommen,
sahen wir uns zum ersten Mal einer ganzen Menge Touristen gegenüber, die sich
wohl alle auf den Weg gemacht hatten, das schöne Kloster Melk zu besuchen.
Wir verschlossen die Räder gut, verstauten unser Radgepäck und machten uns auf,
zu einer Besichtigungstour rund um das Kloster. Da die Zeit recht knapp war,
blieb keine Zeit für eine Innenbesichtigung, aber der Prunk und Reichtum, den
dieser barocke Bau darstellt, lässt erahnen, das es eine wichtige Bedeutung inne
hatte.
Im Jahre 976 wurde es als Residenz des Leopold I. und seinen Nachfolgern erwähnt
und war z. B. in der Barockzeit für seine Arbeiten in der Geschichtswissenschaft
und Musik bekannt. 1089 wurde es durch den Markgrafen Leopold II. an
Benediktinermönche übergeben, die es seitdem in ihrem Besitz haben. Es
beherbergt auch eine umfassende Bibliothek mit wertvollen Handschriften, die im
Laufe der Zeit dort angefertigt oder gesammelt wurden.
Nach dem " kleinen " Kulturprogramm ging unsere Fahrt weiter nach Spitz, wo wir
uns zu Mittag eine wahre Köstlichkeit gönnten: Käsespätzle mit grünem Salat und
danach ein großes Eis.
Wir überquerten ein weiteres Mal mit der Fähre die Donau von links nach rechts
und sahen schon von weitem Dürnstein, auf das wir schon sehr gespannt waren,
denn die Wachau und ihre Kulisse sind uns ja aus alten Filmen bestens bekannt.
So konnten wir auf der Fahrt durch die Wachau sehr viel von dem Flair dieser
Gegend sehen und spüren. Die endlos vielen Obstbaumreihen, wie Apfel und
Marillen, sowie die unzähligen Weingärten, die sich zum Teil terrassenartig die
Berge hinauf ziehen, boten uns ein recht idyllisches Bild.
Natürlich konnte man in Dürnstein vielerlei Köstlichkeiten der Gegend erwerben,
wie die Weine aus der Wache oder bekannt auch der Marillenschnaps.
Wir probierten den Topfenstrudel mit Marillensaft und Vanillesauce. Das war mit
Abstand der beste Topfenstrudel, den wir je gegessen haben und daran werden wir
uns sicher noch lange erinnern.
Wir verbrachten noch ein wenig Zeit in Dürnstein, bevor wir uns wieder auf die
Räder schwangen und zur letzten Teilstrecke des Tages, nach Krems, aufbrachen,
wo wir, mit veranstaltetem Endspurt von Horst und Maria gegen 17 Uhr in "
unserem " Gasthof Klingelhuber anlangten. Den Abend ließen wir auf der dortigen
Terrasse bei Schnitzel und überbackenem Gemüse ausklingen
Am Samstag dem 29.5. sahen wir uns unserer letzten und wohl auch längsten Etappe
gegenüber, von Krems nach Wien, ca. 90 km.
Auch heute war das Wetter in Ordnung. Die Donau führte sehr viel Wasser, es
mußte wohl größere Mengen Regen gegeben haben.
Vorbei an den ersten bedeutenden Hinweisschildern, näherten wir uns mit jedem
Pedaltritt unserem Ziel in Wien.
Über Klosterneuburg, wo wir uns noch einmal einen Espresso gönnten, dauert es
nun nicht mehr lange und wir passierten Wiens Stadtgrenze. Über die Donauinsel
fuhren wir zu unserem Hotel für diese Nacht, dem " Park INN ". Ankunft dort war
gegen 18. 30 Uhr, völlig müde und erschöpft, aber überglücklich, vor allem von
größeren Blessuren verschont zu bleiben ( Horst´s Unfall hätte wirklich schlimm
ausgehen können!), daß wir diese Herausforderung so souverän gemeistert haben.
Lange hatten wir uns darauf gefreut und können nun abschließend sagen- schön
war´s und jedem zu empfehlen, der etwas für solche Touren übrig hat. Allein die
Landschaften, durch die wir die letzten Tage gefahren sind und das Wetter
verwöhnte unsere Sinne.
Wir lieferten unsere Räder am Radstützpunkt ab, bezogen unsere Zimmer und aßen
in einem echten Wiener Lokal köstlich zu Abend.
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