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Puccini-Haus-Lucca |

Stadttor-Lucca |
7 Uhr! Regen
und alles scheint grau in grau.
Es gibt bereits Frühstück mit Kaffee, Saft, Gebäck, Müsli, Obst,
Marmeladen, Wurst und Käse, 8.15 ist Abfahrt nach Lucca. Lucca ist eine
der ältesten Städte in der Toskana, der Kern der Stadt ist
mittelalterlich erhalten, von einer Stadtmauer komplett umschlossen und
durch 2 Stadttore begehbar. Als Erstes standen wir vor Puccinis
Geburtshaus. San Michele in Foro auf dem alten Marktplatz römischen
Ursprungs ist eine der bedeutendsten Kirchen in Lucca aus dem 12.
Jahrhundert. Die reichen Verzierungen an der Außenfassade dürften im
toskanischen Raum verbreitet sein, denn wir sind ihnen öfters begegnet
und je nach Bedeutung des Domes oder der Kirche, standen diese
Verzierungen wie in Konkurrenz zueinander. San Frediano ist eine
romanische Kirche in Lucca, erbaut Anfang des 12. Jahrhunderts. Das
Mosaik an der Fassade stellt " Christi Himmelfahrt " dar und ist nicht
mehr ganz im Original, da bei Umbauarbeiten Änderungen durchgeführt
wurden, bei denen nicht sehr viel Rücksicht auf das Gesamtbild genommen
worden war. Die Piazza dell´Anfiteatro wurde auf den Fundamenten und
Resten eines römischen Amphitheaters errichtet und beherbergt heute in
seinen Häusern am Platz Geschäfte und Lokale. Der Torre Guinigi war ein
wirkliches Highlight. Er ist ein Geschlechterturm, was bedeutet, dass
jede Familie ihren eigenen Turm bauen konnte, je größer und prächtiger
um so mehr Prestige und Ansehen war ihnen sicher. Es gab einst unzählige
solcher Türme in Lucca, wie auch in einigen anderen Städten der Toskana.
In Lucca selbst ist nur der erhalten und auch begehbar. Das Besondere an
ihm ist, dass er mit Steineichen bewachsen ist. Natürlich nutzen wir
die Gelegenheit einer Besteigung, auch wenn uns der Muskelkater am
nächsten Tag sicher war.
Um 13 Uhr war Treffpunkt am Parkplatz in Lucca und wir setzten unsere
Fahrt ins ca. 20 km entfernte Pisa fort. Auf dem Parkplatz in Pisa
hatten wir Glück, denn es waren wohl noch nicht sehr viele Touristen vor
Ort, allerdings wurden wir von verkaufswütigen Schwarzafrikanern
belagert, die uns alles Mögliche verkaufen wollten, angefangen bei
Schirmen, Schmuck, Uhren, Tüchern, Taschen und was weiß ich nicht alles.
Es war sehr störend, da wir auch eine Weile warten mussten, denn in
Italien ist es wohl so, wenn man eine Stadt besichtigen will, dass man
einen Obolus für die Stadtkasse zu zahlen hat. (Florenz lag da mit 290
Euro für den Bus einsam an der Spitze). Die Hoffnung auf nicht gar so
viele Touristen war nach den ersten Blicken auf die 3 Sehenswürdigkeiten
schnell verflogen. Allen möglichen Sprachen sahen wir uns gegenüber,
dazwischen entnervte Lehrer, die am Zählen ihrer Schüler waren, das
Wetter machte auch, was es wollte. Mal tröpfelte es, dann wieder brannte
die Sonne herunter. Schade war, dass der Zugangsbereich zu den
Sehenswürdigkeiten mit "Ramschläden" zugestellt war, damit wurde die
Vorfreude ein wenig getrübt, aber nicht allzu lang. Die Taufkirche in
Pisa ist die größte Alleinstehende ihrer Art weltweit. In Kombination
mit dem Besuch des benachbarten Domes zahlten wir pro Person 6 Euro und
konnten die Taufkirche sogar von innen besteigen. Den schiefen Turm
konnte man für 15 Euro selbst auch besteigen, aber die dort wartende
Menschenmenge ließ uns seinen Anblick "nur" von außen genießen. Damals
baute man die Glockentürme aus Angst vor deren Einsturz nicht direkt am
Dom, sondern ein wenig davon ab. Schon während des Baues neigte sich der
Turm, da der Untergrund hauptsächlich aus Lehm und Morast bestand und
mit vielen Jahren der Unterbrechung wurde er 1372 vollendet. 1990 wurde
der Turm gesperrt, da er sich gefährlich geneigt hatte, saniert und um
44 cm aufgerichtet, sodass er seit 2001 wieder für Interessierte
zugänglich ist. Der Dom in Pisa ist wie die meisten Bauwerke seiner Art
aus verschieden farbigem Marmor erbaut, der hauptsächlich aus Carrara
stammte. Er wurde über einen Zeitraum von 200 Jahren gebaut und galt als
Vorbild für Bauten in Siena und Florenz. Die Kanzel des Doms wurde von
den Brüdern Pisano, aus Pisa stammend, aus einem einzigen Block Marmor
gemeißelt, in all seinen Einzelheiten und Detaillierungen ein wahres
Kunstwerk. Mit einem kurzen Blick auf seine Vollkommenheit sind diese
kaum zu erfassen. Die kleinere Version einer Kanzel steht im Dom von
Siena, ebenfalls von den Brüdern erschaffen. Die Zeit, die uns zur
Verfügung stand, nutzten wir, um die Altstadt von Pisa ein wenig zu
erkunden und fanden dort recht viele schöne, verwinkelte Gassen und gut
erhaltene Bauten, auch eine Universität ist dort beheimatet. Galileo
Gelilei wurde hier geboren und hat angeblich bei Versuchen auf dem
schiefen Turm die Fallgesetze entdeckt.
Um 17 Uhr war Abfahrt in Pisa von einem völlig von Touristenbussen
zugeparkten Parkplatz, unvorstellbar, was da für Massen täglich
durchgeschleust werden. Nach einer nicht allzu langen Fahrt über die
Autobahn waren wir wieder in unserem Hotel und 19. 30 Uhr gab es
Abendessen. Vorher starteten wir noch den Versuch mit der Standseilbahn
hinauf nach Montecatini Alto zu fahren, doch verpassten wir die Bahn um
Minuten und hätten eine halbe Stunde auf eine erneute Fahrt warten
müssen. Da die Zeit aber so knapp war, verzichteten wir darauf, leider,
denn am nächsten Abend war alles verregnet und sonst war keine
Möglichkeit mehr zu einer Auffahrt.
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