Winterlicher Reisebericht von der Algarve  ( Portugal ) von Anita! Seite 2.
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Wenn ich an der Küste entlang fuhr, streifte ich auch kleine unbekannte Orte, wo gleich neben den Lokalen unbekümmert die Hühner herumhackten. Eines dieser Lokale hieß "Panoramica" und hatte eine dementsprechend fantastische Aussicht auf eine Flussmündung. Ein paar Mal kehrte ich an sehr legeren Plätzen ein, wo meist nur Einheimische verkehrten. Das kann man ohne weiteres machen, wenn man sich zu verständigen weiß, man fühlt sich kaum als Fremder und wird auch nicht so behandelt. Ich stellte auch fest, dass sich im Hinterland anscheinend doch etliche mitteleuropäische Ausländer angesiedelt und bereits gut integriert hatten.

Mir fiel die Einfachheit der Behausungen der Einheimischen auf, z.B. kleine bunt gestrichene Häuser in einer Reihe, mit flatternder Wäsche vor tiefblauem Himmel. In den reicheren Küstensiedlungen blühte es reichhaltig in Vorgärten hinter Ziergittern, auch in der Natur war es recht grün und das Gras war durchsetzt mit  gelben Blumen. Nur die Kahlheit der Feigenbäume wies auf den Winter hin.

Auf meinem Weg nach Sagres kam ich durch Vila do Bispo, einem kleinen und ziemlich einsamen Ort. Es war sonnig und sehr ruhig, ein Bauer begegnete mir mit seinem Eselsgespann und ließ sich bereitwillig fotografieren. Eine alte Frau saß auf ihrer Eingangstreppe in der Sonne; als ich sie freundlich grüßte und anlächelte, klagte sie mir ihr Leid mit ihren alten Knochen - ich verstand sie auch ohne Portugiesisch zu können.

Das absolute Erlebnis war, als ich die völlig flache und eintönige Halbinsel bei Sagres erreichte und in Richtung Cabo de Sao Vicente fuhr, wo Kolumbus damals in Richtung Amerika gestartet war. Die Landschaft hörte auf lieblich zu sein, sie wurde immer kahler und windzerzauster, und ich konnte mir vorstellen, wie es auf dem Mond ist. Das Kap war absolut beeindruckend, es fällt hier ein paar Hundert Meter wirklich steil ab und Angler sitzen wie Vögel in den Löchern der Klippen. Man muss sich vorstellen, dass dies der westlichste Punkt Europas ist und es gibt da einen Riesen Leuchtturm mit einer ziemlichen Reichweite, dessen Wärter auch die Führung macht. Als Kontrast zu dieser rauhen und schroffen Szenerie verkaufen Portugiesinnen im windgeschützten Innenhof gehäkelte Sächelchen.

Wenn man die extra für den Massentourismus erstellten Anlagen und Viertel meidet, die ziemlich hässlich sein können und die eine Ahnung vermitteln, wie überfüllt es da im Sommer sein muss, findet man selbst in Albufeira - der Touristenhochburg an der Algarve schlechthin - noch Ursprüngliches und Beschauliches und selbst im Winter ab und zu in einem Lokal eine Musikveranstaltung. Man findet urige Fischlokale, eine Kunstgalerie über dem Meer und viele kleine Lokale in der Altstadt, wo man Kleinigkeiten essen kann und wo sich vielleicht Gelegenheiten zum Plaudern ergeben.

Wenn man morgens seine Brötchen beim Bäcker holt, ist es schon noch empfindlich kühl (so 5, 6 Grad) und man braucht einen Anorak; auch abends kühlt´s schnell ab und man muss sich schon überwinden, noch mal rauszugehen. Tagsüber ist das Wetter jedoch sehr angenehm, meist sonnig und um die 20 Grad, aber auch bei Regenwetter ist es mild.

In Albufeira gibt es in der Nähe des Hafens ein Cafe mit einer großen Sonnenterrasse, wo man wunderbar draußen sitzen kann. Allerdings treffen sich hier fast alle Leute, die sich zu dieser Zeit im Ort aufhalten.

Viele der winzigen schmalbrüstigen Häuser der Einheimischen haben eine Dachterrasse, die man über viele gewundene Treppen an der Außenseite des Hauses erreicht. Hier kann man Wäsche trocknen oder in der Sonne sitzen und übers Meer schauen.....

In Diunilda´s Haus zum Beispiel wohnten unterhalb einer solchen Terrasse als Dauergäste zwei Engländerinnen mit Kleinkind, die einen Super-Teint aufwiesen und sagenhaft erholt aussahen. Sie arbeiteten dort in Teilzeit bei einem Friseur.

Als ich im Flugzeug saß und die Maschine Richtung Meer startete und unter uns die großen Salzlagunen bei Faro zu sehen waren, fiel mir der Abschied von diesem frühlingshaften Land schwer. Wir flogen entlang der silbrigen Windungen des Guadiana immer weiter hinauf in Richtung Norden und Winter. Zurück


 

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