Winterlicher Reisebericht von der Algarve  ( Portugal ) von Anita! Seite 1.
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Wenn man bei grauem Schneematschwetter Ende Januar in Deutschland gestartet ist und in Faro landet, ist es wie ein Wunder: Man schaut sich um und alles ist unglaublich hell und von gedämpftem Sonnenlicht überflutet. Bei angenehm milder Außentemperatur so um die 20 Grad muss man sich erst mal der Strumpfhose unter den Jeans entledigen, bevor man in seinen (bereits in Deutschland günstig gebuchten) Mietwagen steigt und losfährt in den Frühling! Überall dieses unbeschreibliche Licht und blühende Mandelbäume, die einen begleiten auf der Fahrt durch diese traumhafte Gartenlandschaft.

 Ich komme oberhalb von Albufeira an und sehe einen weißen Ort, auf verschiedenen Hügeln bis zum Meer ausgebreitet , schläfrig in der Nachmittagssonne liegen.

In der Vila Recife, die ich angepeilt, aber in Zeitnot nicht mehr kontaktiert hatte, bekomme ich leider kein Zimmer mehr. Klar, denn diese Pension hat wirklich Flair und ist preisgünstig. Fürs erste komme ich bei einer Fischerswitwe namens Diunilda in einem unglaublich schmalbrüstigen Haus mit blaugemusterten Kacheln im ältesten und ursprünglichsten Teil von Albufeira unter, nicht gerade luxuriös, dafür sehr persönlich. Gegenüber öffnet jeden Abend ein höhlenartiger Laden, wo Einheimische Kohlköpfe und ähnliches kaufen. Die abschüssige Straße läuft genau aufs Meer zu. An der Ecke kann man in einer Kneipe Fische und Schalentiere essen, samstags inmitten von Fischersfamilien.

Mein erster Spaziergang vom alten Fischerviertel runter zur Altstadt auf einer Kopfsteinpflasterstraße bietet einen unglaublichen Ausblick auf den Atlantik, der hinter einem Mäuerchen herandonnert. Gegenüber davon sind ein paar urige, künstlerisch angehauchte Kneipen, wo man z.B. auch gut frühstücken kann.

In den nächsten Tagen steuere ich zuerst die Strände an, die hier weitläufig und sandig sind und von zerklüfteten roten Felsen bewehrt werden. Die Badebucht von Sao Rafael gefällt mir besonders gut.  Außer dem Geräusch der mit Wucht heranrollenden Atlantikwellen ist es hier absolut ruhig und friedlich und die paar Leute, die sich trotz der winterlichen Jahreszeit sonnen, zerstreuen sich in der Weite. Ab und zu schieben Fischer ihre Boote über den Strand und starten ihre Arbeit mit einem wilden Ritt über die Brandungswellen.

Ein romantischer Getränkekiosk und mit ihm seine Betreiberin dösen schläfrig in der Sonne.

Die Atmosphäre ist so harmonisch und beruhigend, dass man sich bald völlig in Einklang mit sich und seiner Umgebung fühlt.

Ausflüge in die Umgebung in den nächsten Tagen - mit dem Auto über autobahnähnliche und gut ausgebaute Straßen bis hin zu sandigen Schleich- und Feldwegen - zeigen ein Land, dessen Küstenstreifen zwar auch schon arg bebaut ist mit weiß leuchtenden, aus der Ferne schloßartig anmutenden Feriendomizilen. Dahinter aber steigt sanft ein fruchtbares Garten- und Bauernland an, wo sich - zumindest damals und im Winter - das Leben noch recht urtümlich abspielt. In den Orten entlang der Hauptrouten fielen mir immer wieder Töpfereiwerkstätten und anderes Kreatives oder kreativ Anregendes auf.

Man findet an der Algarveküste ganz verschiedene Arten von Badeorten - z.B. Quarteira, ein typischer, für Massenandrang ausgerüsteter Touristenort, meist von Engländern frequentiert. Oder Carvoeiro, ein kleinerer, mehr idyllischer Küstenort, mit individuellem Flair und Publikum, von dem ein Teil davon das ganze Jahr dort verbringt. Oder Vilamoura, ein ziemlich exklusiver Ort, der sich ganz dem Golfsport verschrieben hat mit entsprechenden, dem gehobenen Standard angepassten gediegenen Hotels, Lokalen und Geschäften. (Dort fühlt man sich jedoch als Otto Normalverbraucher leicht etwas fehl am Platze und von oben herab behandelt, besonders wenn einem das Geld nicht aus allen Knopflöchern quillt.)

Ein Ort namens Portimao ist eher eine Stadt am Meer, in der es nach Fisch und Abgasen stinkt; denn dort hat sich in diesem sonst so bäuerlichen Land sogar Industrie angesiedelt. In unmittelbarer Nachbarschaft schließt sich jedoch der sehr schöne Küstenstrich von Praia da Rocha an, wo mir ein romantisches schlossähnliches Gebäude direkt über der Küste stehend in der Abenddämmerung auffällt.

Und dann im Hinterland Orte wie Silves mit seiner weitläufigen maurischen Burganlage, seine alten rötlichen Mauern eingefasst von schneeig weißen Mandelbäumen. Der Ort selbst ist noch sehr ursprünglich (immer die Jahreszeit nicht zu vergessen), verschlafen, melancholisch mit dementsprechend gestimmten Einwohnern, die einen Fremden nie von sich aus ansprechen geschweige denn belästigen würden. Dies fiel mir übrigens  als angenehmer Kontrast zu Spanien auf, dass man sich hier an der Algarve als allein reisende Frau überall völlig unbehelligt bewegen kann.

Ich erinnere mich noch deutlich an zwei Örtlichkeiten, wo ich den Eindruck hatte, in direktem Kontakt mit Meer und Brandung zu sein: Einmal trank ich meinen Kaffee direkt auf einer Klippe steil über dem Meer, wo man ein paar Tische ins Freie gestellt hatte. Ein anderes Mal war es ein Lokal mit langen Tischen und Bänken (so richtig für Massenveranstaltungen in der Saison) und einer Riesenglasfront gen Meer, so dass man meinte, die Wellen würden gleich hereinkommen. Fortsetzung

 

 

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