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Vier Wintermonate am
Bodensee - Seegfrörni, Fasnet und anderes Traumhaftes!
Ein Bericht von Anita
Wenn man Anfang November sein Domizil am Bodensee aufschlägt, erlebt
man Tage des milden Sonnenscheins, wo man sich noch
gut im freien aufhalten
kann;
es drängt einen, einige der wirklich zauberhaften Wanderwege
auszuprobieren, wie sie beispielsweise vom Fremdenverkehrsamt Allensbach
angeboten werden. Man genießt den herrlich blauen Herbsthimmel und die
herbstliche Farbenpracht der Mischwälder, ist bei Fönwetter beeindruckt vom
unglaublich nahen und silbernen Alpenpanorama, welches von der Schweizer
Seite herüberschimmert und -lockt. Der See begeistert mit seinen täglich
wechselnden Farben, ein klares Hellblau bei Sonnenschein, ein glitzerndes
Türkis oder helles Grün, wenn Sturm kommt. Bei unbestimmtem Wetter ist
er auch mal einfach grau, ruhig und langweilig, und die einzigen Laute in
der Stille sind dann die Möwen, die kreischend im Nebel verschwinden.
Die zahlreichen Wanderwege führen am See entlang und dann hinauf in die
sanft hügelige Landschaft des Bodanrück, der Halbinsel
zwischen
dem Gnadensee und dem Überlingersee So lebhaft und befahren die
Uferstraße am Gnadensee Richtung Konstanz und der Schweiz auch sein mag:
läuft man ein paar hundert Meter ins Hinterland hinein, so findet man eine
unvermutete Ruhe und Abgeschiedenheit vor. Die Besiedlung abseits der beiden
Bodenseeufer ist außerhalb von ein paar Orten wie z.B. Dettingen, Kaltbrunn
oder Freudental dünn und man kommt immer wieder mal an einem Einsiedlerhof
vorbei. Man kann stundenlang laufen, ohne dass einem ein Mensch begegnet. Die
hohe Luftfeuchtigkeit durch die Seenähe lässt die Vegetation üppig wachsen
und den Efeu die Bäume hinaufranken, so dass die Landschaft verwunschen und
wie in alten Zeiten wirkt und man leicht ins Träumen kommt.
Geht es dann immer mehr dem Winter entgegen, so blühen zwar
erstaunlicherweise immer noch einige Sträucher in den Gärten und Anlagen,
sogar über Weihnachten hinweg. Es kommt aber immer mehr ein zäher und
dauerhafter Nebel auf, der alles grau, still und trist macht. Wegen der
Feuchtigkeit empfindet man die Temperaturen um den Gefrierpunkt schon als
eisig, besonders wenn man ständig mit eingefrorenen Autotüren und
-schlössern zu kämpfen hat.
Dieser
Nebel hält an und an, und das ewig gleiche graue und feuchtkalte Wetter
kann einem ganz schön aufs Gemüt schlagen, so dass man aus lauter
Verzweiflung schon mal den Himmel absucht nach einer blauen Stelle, sich ins
Auto setzt und dieser nach fährt. In etwas höherer Lage, wie z.B. in
Überlingen, wirdn man möglicherweise eine freudige Überraschung
erleben: alles liegt im strahlenden Sonnenschein und man hat einen klaren Blick auf den verhangenen Bodensee, der
unter einer dichten Nebelglocke liegt.
Aber
trotz des ewigen Nebels ist nicht alles trist - da sind die
lichtergeschmückten Obstbäume
und Weinlauben an den Häusern, die alpenländischen Weihnachtsklänge aus dem
Radio, der Weihnachtsmarkt am See in Konstanz, die doch eine recht besondere
Vorweihnachtsstimmung erzeugen.
Und auch ein Besuch im Tropenhaus auf der Mainau oder ein Spaziergang auf der
winterlich verhangenen Insel Reichenau hat an Frosttagen seine Reize.
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