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Fortsetzung: Seegfrörni, Fasnet und anderes Traumhaftes!
Ein Bericht von Anita
So Ende Januar kommt in diesem speziellen Winter
eisige Kälte auf,
die eine ganze Weile andauert und alles zu Stein und Bein
gefrieren lässt. Meine Bekannte, die ihr Leben hier am Bodensee verbracht
hat, spricht von einer Seegfrörni, die nur selten, vielleicht alle paar
Jahre mal vorkommt und dann aber für die Menschen hier ein Fest ist.
Ich beobachte das Wetter, die extreme Kälte hält immer noch an, und dann ist
es eines Tages so weit: Es herrscht eisige Kälte, strahlender Sonnenschein
und der See hat eine feste Eisdecke.
Zuerst schaute ich mir das Treiben ganz in der Nähe, unten am Hegner Ufer
an: Tatsächlich, Jung und Alt befindet sich mit und ohne Schlittschuhe auf
dem Eis, der See ist zugefroren so weit man schauen kann, und man könnte von Hegne bis rüber zur Insel Reichenau zu Fuß gehen.
Später fahre ich weiter bis nach Rudolfzell, wo der Zellersee sein Nordufer
hat und allmählich die
Halbinsel Höri beginnt, die so abgeschieden und
idyllisch ist,
dass sie schon immer Maler und Dichter angezogen hat.
Radolfzell ist ein fast südlich anmutender Ort mit einer Platanenallee unten
am Ufer und einer weitläufigen Kuranlage auf der Halbinsel Mettnau.
Dort wo der See einen Knick macht, sozusagen um die Kurve rumgeht, ist er,
so weit das Auge reicht, zugefroren. Groß und Klein ist unterwegs mit
Schlitten und Schlittschuhen: ich unterhalte mich mit einem ziemlich alten Mann,
auch er mit seinen achtzig Jahren noch putzmunter auf Schlittschuhen,
allerdings schiebt er sicherheitshalber ein Holzgestell vor sich her. Aber was soll's - er ist
draußen, er ist in Bewegung und er strahlt Übermut und gute Laune aus. Das
tun übrigens auch alle anderen Leute, denen ich begegne - es ist wie ein
großes Freudenfest, das alle glücklich macht. Man merkt, diese Seegfrörni
hat Tradition und alle Leute sind von klein auf damit vertraut und darauf
eingestellt.
Es ist wunderschön, im strahlenden Sonnenschein auf dem Eis zu laufen und
ringsum diese pastellfarbene Pracht zu sehen, und ich habe den Eindruck, der
See ist zugefroren bis hinüber an das Schweizer Ufer. Ich bin zwei, drei
Stunden unterwegs, treffe immer wieder Leute auf dem Eis, ruhe mich ab und
zu in der Sonne aus auf winterlich geschlossenen Seeterrassen und gehe erst
in der Dämmerung durch den Kurpark zurück zum Auto. Als ich wegfahre, ist's
mir richtig schwindelig von all der frischen kalten Luft; gleichzeitig aber weiß
ich, dass ich was ganz Aaußergewöhnliches erlebt habe.
Die Seegfrörni dauert ein paar Tage an und es geht dann schon auf
Fasnet zu, wo in Wollmatingen, einem Ortsteil von Konstanz, und auch in
den anderen Bodenseeorten Wäscheleinen mit Stofffetzen verziert quer über
Straßen gezogen und Stoffpuppen an den Häusern aufgehängt werden. Höhepunkt
ist dann im Februar der allemannische Fasnetumzug in Konstanz, der wirklich
noch sehr urig und naturbezogen ist und in keinem Vergleich steht zu den
Karnevalszügen an Rhein und Main.
Ende Februar muss ich bei strahlendem Sonnenschein, milden Temperaturen und
bereits ersten Frühlingsblumen wieder abreisen, da mein Aufenthalt in dieser
zauberhaften und noch idyllischen Gegend am Rande Deutschlands leider zu
Ende ist.
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